Mittwoch, 14. Juni 2017

Gelesen: Will sei Dank: Memoiren einer Frau mit Hund

Ein richtig tolles neues Buch, das ich über lesen durfte:


Das Buch wurde freundlicherweise vom Kynos Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt. Hier findet ihr weitere Informationen: klick. Eine Leseprobe kann man sich dort ebenfalls anzeigen lassen. Vielen Dank nochmal für das Rezensionsexemplar.

Beschreibung

Will ist ein Problemhund, aber für solche Fälle hat McConnell, die Expertin auf dem Gebiet des Hundeverhaltens ist, die richtigen Methoden zur Hand – dachte sie jedenfalls!

Der junge Border Collie, der Patricia schon als Welpe auf Schritt und Tritt folgte, verfällt immer wieder scheinbar unbegründet in Angst oder Wut. Damit bringt er sie nicht nur mehr als einmal an ihre Belastungsgrenze, sondern rührt auch alte, längst vergessen geglaubte Ängste, Schuldgefühle und Traumata in ihr selbst auf. So muss sie erkennen, dass sie Will nicht helfen kann, wenn sie nicht zuerst ihre eigenen Konflikte löst.

Verwoben mit Geschichten aus ihrem persönlichen Leben und von der Arbeit mit anderen Hunden erzählt die Autorin, wie sich das Band zwischen ihr und Will mehr und mehr stärkt. Sie erkennt dabei, dass nicht allein Willensstärke den Weg zur Überwindung alter Verletzungen weist, sondern dass es dazu den Mut zu Offenheit und Verletzlichkeit bedarf. Die nicht immer leichte Beziehung zwischen Patricia und Will wird so schließlich für beide zu einem Weg der Heilung.
(Quelle: Blogg dein Buch)

Autor

Particia B. McConnell ist außerordentliche Professorin für Zoologie an der Universität von Wisconsin-Madison (USA), zertifizierte Tierverhaltenstherapeutin und Autorin mehrerer Bestseller. Mit ihrem Mann, ihren Hunden und ihren Schafen lebt sie auf einer Farm in Wisconsin. Ihr Buch »Das andere Ende der Leine« (2002) zählt inzwischen zu den Klassikern der Hundeliteratur.
(Quelle: Blogg dein Buch)

Das Buch

Das Hardcoverbuch hat 265 Seiten und wurde am 1. April 2017 beim Kynos Verlag veröffentlicht. Es lässt sich flüssig lesen, Rechtschreib- oder Satzfehler sind mir nicht aufgefallen.

Meinung

Patricia B. McConnell ist international bekannt als Honorarprofessorin für Tierverhalten, Hundeverhaltensberaterin und Bestseller-Autorin von Hundefachbüchern . Mit ihren Sachbüchern vermittelt sie Wissen und Verständnis zum Mysterium Hund und klärt viele kleine und große Irrtümer auf. Die Bücher "Das andere Ende der Leine" und "Die Hundegrundschule" habe ich im Rahmen meiner eigenen Ausbildung zur Hundetrainerin gelesen und kann beide absolut empfehlen.

Mit Will sei Dank geht die Autorin nun einen anderen Weg, denn dieses Buch ist kein Sachbuch sondern ein emotionaler Einblick in ihre eigene traumatisierte Seele und die ihres Bordercollies. Will, der als zauberhafter Welpe zu ihr kam und trotz seines jungen Alters schon genauso traumatisiert zu sein schien wie sie es selbst war. Will, der in der einen Sekunde voller Vertrauen an sie gekuschelt da lag und in der nächsten förmlich explodierte, als würde es einen Bombenangriff geben und die Welt würde untergehen. Patricia "Trish" McConnell hatte seit ihrer Kindheit selbst mit eine Angst- und Panikstörung zu kämpfen und wurde durch die plötzlichen Ausraster ihres Hundes ebenfalls an ihre Grenzen gebracht. Anstatt dem Hund Ruhe zu vermitteln wurde sie selbst jedes Mal in Panik versetzt und musste einsehen, dass sie selbst noch eine Menge zu verarbeiten hat, damit sie sich und ihrem Hund das geben kann, was beide brauchen.

Die Autorin schafft es, den Leser mitzunehmen und springt zwischen ihrer eigenen Vergangenheit und dem Erlebten mit Will kapitelweise hin und her. Dabei wurde es nie langweilig, ich war gespannt, wie die Geschichte weiter geht und als nach und nach immer mehr aufgedeckt und erzählt wurde, ging mir die Erzählung wirklich nah.

Darüber hinaus berichtet sie auch von Erlebnissen mit Kunden und ihren Hunden aus der täglichen Praxis, und wie sie manche Fälle persönlich reifen und wachsen ließen.

Nur eine Kleinigkeit ließ mich ein wenig die Stirn runzeln: In den Neunzigern nahm Trish an einem Hoffmann-Seminar teil und bezeichnet es als augenöffnend und sehr hilfreich. Ich freue mich, dass es ihr geholfen hat, jedoch möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass diese Methode große Risiken eines emotionalen Zusammenbruchs birgt und nicht für schwer traumatisierte Menschen geeignet ist.

In ihrem Vorwort schreibt McConnell:

Angefangen habe ich dieses Buch für mich selbst, aber beendet habe ich es für jemand anderen. Ich weiß nicht, wer diese Person sein wird, aber wenn Will sei Dank auch nur einer einzigen Person so viel helfen wird, wie das Buch Jenseits des Schweigens mir geholfen hat, dann war es die fünf Jahre wert, die mich sein Schreiben gekostet hat.

Ich weiß nicht, wie sehr ihr das andere Buch geholfen hat. Mir jedenfalls hat Will sei Dank in meiner persönlichen Geschichte so weit weiter geholfen, als dass ich nun neuen Mut geschöpft habe, meine eigene Geschichte aufzuarbeiten und die Hoffnung habe, eines Tages das Leben voll und ganz genießen zu können. Ich kann dieses Buch von Herzen weiterempfehlen, egal ob jemand eine eigene unschöne Geschichte hat oder nicht, Hundetrainer, -Besitzer oder -Interessierter ist, das Buch ist einfach toll zu lesen. Daher kann ich hier nichts anderes als 5 Sterne vergeben.


Freitag, 2. Juni 2017

Gelesen: Das forensische Gemetzel

Für mich als Mini-Blogger ist es eine große Ehre, wenn Autoren meine Rezensionen ihrer Bücher lesen und mir dann auch noch schreiben um sich zu bedanken. So geschehen bei "Gas und Galle" mit der sehr netten Autorin A.C. Scharp. Umso mehr habe ich mich gefreut, als sie mir ihr neues Buch zur Rezension zur Verfügung stellte:


An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank dafür ♥. Hier findet ihr weitere Informationen und könnt das Buch bestellen: klick.

Beschreibung
Nichts ist mehr sicher, wenn die Normalen zum Problem werden

Der Alltag der forensischen Psychiatrie in Frackhausen ist beschaulich, bis sich ein Serienmörder entschließt, wieder in seine Heimat zurückzukehren.
Der muss weg! Da sind sich die Ehemänner seiner Opfer einig. Leider greifen sie zu Mitteln, die den Chefpsychologen der Klinik in arge Bedrängnis bringen. Der versucht, in einer Welt der Selbstdarsteller und Egomanen seine brüchige Fassade aufrechtzuerhalten.
Der Leser bleibt mit der Frage zurück: Sitzt die Gefahr wirklich nur hinter den hohen Mauern? Die forensische Psychiatrie, in der es drunter und drüber geht. Für Liebhaber der burlesken Absurdität.(Quelle: acscharp.com/)

Autor
Ich schreibe keine Krimis oder Thriller, sondern fühle mich bei Humor - durchaus schon mal schwarz - bis hin zum burlesken Wahnsinn zuhause. Wahrscheinlich ein Grund, warum ich keine Bestseller-Autorin werde. Ich glaube, mit diesem Genre ist das allgemein schwierig. Egal, das macht mir Spaß und dabei bleibe ich auch. Höchstens mal ein Krimi mit einer gehörigen Portion schwarzem Humor. Das kann ich nicht ausschließen.

Ich würde mich kugelig freuen, wenn ich den ein oder anderen Leser unter euch erreichen kann. Wenn ihr Lust habt, besucht mich auf www.acscharp.com oder auf Facebook unter facebook.com/scharp.ac/.(Quelle: Amazon)

Das Buch
Das Taschenbuch hat 338 Seiten und wurde am 24. April 2017 auf der CreateSpace Independent Publishing Platform veröffentlicht. Es lässt sich flüssig lesen, Rechtschreib- oder Satzfehler sind mir nicht aufgefallen.

Meinung
Dass Autorin A. C. Scharp Bücher mit viel Humor und einer gewissen Schrägheit schreiben kann, hat sie bereits mit ihrem Debütroman "Gas und Galle" bewiesen. Ihr neuestes Buch "Das forensische Gemetzel" nimmt den Leser nun mit in die Welt einer forensischen Psychiatrie, in der tatsächlich nicht so ganz klar ist, ob nun die Patienten oder das Krankenhauspersonal verrückter ist. Da gibt es einen Anstaltsleiter, der seine Zeit am Liebsten fern von allen Mitarbeitern im Fitnessstudio oder auf Pornoseiten verbringt, eine nymphomane Therapeutin, der es ziemlich egal ist für wen sie nun gerade ihr Röckchen hebt, einen Arzt, dessen Methoden direkt aus Horrorfilmen zu stammen scheinen, eine vollbusige Schwester, die Jagd auf arme Chefpsychologen macht und ein Chefpsychologe, der sich auf einmal wünscht nie geboren worden zu sein. Dagegen wirken die forensischen Patienten doch ziemlich normal. Als wäre das noch nicht wild genug kehrt nun auch noch ein Serienmörder als neuer Patient in die alte Heimat zurück, in der er vor 15 Jahren vier Frauen ermordet hat. Klar, dass die vier Witwer das gar nicht lustig finden und versuchen, endlich Rache zu nehmen.

Trotz kleinerer Kritikpunkte am ersten Roman war ich schon allein aufgrund des Themas gespannt auf den zweiten. Psychiatrie bzw. Psychologie hat mich schon immer interessiert, und der Klappentext hat definitiv nicht zu viel versprochen. Die Autorin schafft es, vor allem dem Protagonisten einiges an Tiefe zu geben, und durch die Auflistung der handelnden Personen am Anfang des Buches fiel es mir dieses Mal auch nicht schwer, den Überblick zu behalten. Der schräge Humor und einige aberwitzige Situationen haben mich oft zum Lachen gebracht, und so war ich ein wenig traurig, als das Buch durchgelesen und die Geschichte zu Ende war. Am Liebsten würde ich noch mehr Geschichten rund um die Forensische Psychiatrie in Frackhausen lesen und so kann ich nicht anders als volle 5 Sterne für diesen herrlichen verdrehten Kriminalroman zu geben. Ich bin schon gespannt, ob und was als nächstes von Frau Scharp zu lesen sein wird. 😊