Donnerstag, 26. Januar 2017

Gekritzelt: Fantasietiere

Zu Weihnachten habe ich mir das Buch "Fantasietiere" von Carla Sonheim gegönnt und noch nicht sonderlich weit gekommen, irgendwie hat sich das bei mir verselbstständigt 😇 

Die Grundidee ist es, auf Gehwegen, Straßen, an Wänden, im Supermarkt, im Haushalt in Wolken oder sonstwo auf ungewöhnliche Umrisse und Flecken zu achten, diese einfach Freihand in ein Skizzenbuch zu übertragen und erstmal zu sammeln. Dann nimmt man sich Zeit, einen Stift (oder später auch mehrere wenn es farbig werden soll) und das Skizzenbuch und sucht sich einen der Flecken / Umrisse heraus. Diesen dreht und wendet man nun so lange, bis man darin ein Fantasietier erkennt. Es ist ausdrücklich kein Zwang, dass es erkennbare Tiere oder anatomisch korrekte Zeichnungen sein sollen. Auch darf man noch Elemente hinzufügen wenn man mag. Die Umrisse sollen nur anregen und das "leere Blatt-Syndrom" verhindern.

Leider habe ich die Umrisse nicht vorher fotografiert sondern einfach drauf losgekritzelt. Dies hier war mein erstes Tierchen:


Hier der Versuch, den ursprünglichen Umriss nachzuzeichnen:
Das hier war der Umriss einer seltsam geformten Ingwerknolle aus dem Buch. Ich dachte erst an ein gehörntes Tier, doch als ich es drehte erschienen eindeutig zwei Figuren:


Und hier meine Kritzelei von heute. Mein Mann nannte es "ein Seepferdchen-Schnecken-Ding" 😊

Das Kritzeln und Schattieren mit ein und demselben Stift ist ganz neu für mich und ich finde es richtig entspannend. Ich musste erst lernen, dass es ein wenig unordentlich sein darf und soll, damit es wirkt. Zu ordentliche Striche wirken einfach nicht.

Irgendwie hat das etwas von Bleigießen und danach Formen erkennen 😋

Mal sehen wann ich zum nächsten Schritt (kolorieren) übergehe.

Liebe Grüße
Joya

Mittwoch, 25. Januar 2017

Muster-Mittwoch #211

Schon ist der erste Monat im neuen Jahr schon wieder fast herum. Ich friere ständig, die Laune ist auch eher mäßig, da ist es doch schön in alten Urlaubsfotos zu wühlen und in Erinnerungen zu schwelgen an wärmere Zeiten 😊

Wirklich viel habe ich nicht mehr gefunden, ich sollte dringend mehr Böden knipsen als ständig nur langweilige Panoramas :D


Eigentlich wollte ich auch noch analog mustern, doch dazu bin ich leider noch nicht gekommen. Also schaue ich mit leuchtenden Augen bei den anderen Teilnehmern vorbei, auch Michaela hat wieder wunderschöne gedruckte Exemplare.

Mit diesem Foto aus Teneriffa habe ich dann ein wenig gespielt:




Ähnelt wieder einem Mühlenquilt irgendwie. Hm. Und gespiegelt? Ausprobieren :-)


Gefällt mir schon besser und erinnert mich an Kaleidoskop aus meiner Kindheit.



Und das wirkt jetzt irgendwie indianisch auf mich. Immer wieder erstaunlich, was bei digitalen Musterspielereien herauskommt finde ich.

Die fröhlichen Farben tun mir gut im Januar-Blues 😊 Ab damit zum Mustermittwoch.

Im Februar ist das Thema "Rauten", da werde ich definitiv wieder den Stift schwingen.

Liebe Grüße
Joya

Mittwoch, 18. Januar 2017

Muster-Mittwoch #210

Heute wird es spacig beim Muster Mittwoch, zumindest sehen meine Muster irgendwie wie Ufos aus habe ich festgestellt. Thema des Monats ist immer noch Straßen und Wege, und auch wenn dies nicht unbedingt eine Straße ist, zumindest befindet sich das Muster auf dem Boden. 😊

Aufgangsbild ist dieser Bildausschnitt vom Four Corners Monument in den USA. Dort treffen die vier Staaten Utah, Colorado, New Mexico und Arizona genau aufeinander und man kann mit einem Schritt von Staat zu Staat springen, oder wie wir es gemacht haben: in allen vier Staaten gleichzeitig sitzen:


Ich mag Symmetrie, also fing ich an mit Spiegeln:


Und natürlich Vervielfältigen:


Dann fiel mir auf, dass auch durch einfaches Drehen der Bilder ein Quadrat entsteht:


Hat auch was finde ich. Zum Muster-Mittwoch letzte Woche kommentierte die liebe Heidi, dass das Muster an einen Mühlenquilt erinnert. Ich finde, das Muster hier hat auch etwas Quiltiges:


Ab damit zum Muster-Mittwoch bei Michaela.

Liebe Grüße
joya

Donnerstag, 12. Januar 2017

Muster-Mittwoch #209

Angeregt durch die schöne Adventspost Mail Art und die Posts auf den anderen teilnehmenden Blogs traue ich mich das erste Mal, an einem Muster-Mittwoch bei der lieben Müllerin teilzunehmen. Das Motto diesen Monat ist:


Dafür habe ich mal in meinen Urlaubsfotos diverser Urlaube gestöbert und bin tatsächlich fündig geworden, auch wenn ich merke, dass ich viel zu wenig den Boden fotografiere 😋

Es gab einige Fotos mit schönen fertigen Mustern, dieses hier zum Beispiel aus dem Venetian in Las Vegas, NV, USA:



Dann begann ich, mit den gefundenen Mustern ein wenig herumzuspielen. Ausgangsbild für meine heutige Spielerei ist dieses Bild hier aus dem Covent Garden in London, UK:


Ich nahm diesen Bildausschnitt:


und begann zu spielen:


Hm, ok, ein Spiel mit Lichteinwurf und schattigen Stellen, Ein richtiges Muster aber entstand erst, als ich das Bild vervielfältigte:


Schon besser, aber da geht noch mehr:


Das Rautenmuster wird sichtbarer. Noch einmal vervielfältigt und ein wenig am Kontrast gespielt erscheinen lauter Windmühlen:


Die Spielerei macht mir Spaß und nächsten Mittwoch zeige ich ein anderes Muster, vielleicht mustere ich auch noch ein wenig analog, mal sehen. Ab damit zum aktuellen Muster-Mittwoch 😊

Liebe Grüße
Joya

Gelesen: Keine Ahnung, wo wir hier gerade sind

Hallo ihr Lieben, ich hoffe, ihr seid gut ins neue Jahr gekommen? Ich beginne das Jahr mit einer Buchrezension, die ich lange vor mir her geschoben habe:


Das Buch wurde freundlicherweise von Literaturtest kostenfrei zur Verfügung gestellt. Hier findet ihr weitere Informationen: klick. Eine Leseprobe kann man sich dort ebenfalls anzeigen lassen. Vielen Dank nochmal für das Rezensionsexemplar.

Beschreibung
Ein bisschen ist das mit dem Fernbus wie mit einer durchzechten Nacht. Man kommt dehydriert und zerknautscht zu Hause an und schwört sich: nie wieder. Bis zum nächsten Mal. Denn wer billig und flexibel verreisen will, muss in den Bus. In seinem Inneren herrscht fröhliche Anarchie: Es gibt keine Sitzplatzreservierung, keine Businessclass, keine Gepäckaufgabe. Beziehungen werden kurz vor der Abfahrt in Hamburg beendet und auf dem langen Weg nach München beweint, der Fahrer steht auf Helene Fischer, und der Typ hinten links lässt garantiert seinen Geldbeutel an der Tankstelle liegen. Dennoch schwören Millionen auf den Bus. Auch Sina Pousset steigt leidenschaftlich gerne ein und erzählt in ihrem Buch hautnah vom letzten großen Abenteuer unserer Zeit – dem Fernbusfahren!(Quelle: Blogg dein Buch)

Autor
Sina Pousset studierte Kunst- und Literaturwissenschaft in Karlsruhe, Paris und Oxford. Seit 2012 schreibt sie für die Süddeutsche Zeitung, jetzt.de sowie das Süddeutsche Zeitung Magazin. Sie lebt heute als freie Autorin in Berlin und wartet liebend gerne auf einen Bus, wenn es sie in die Ferne zieht.(Quelle: Blogg dein Buch)

Das Buch
Das Taschenbuch hat 256 Seiten und wurde am 17. Oktober 2016 beim Goldmann Verlag veröffentlicht. Es lässt sich flüssig lesen, Rechtschreib- oder Satzfehler sind mir nicht aufgefallen.

Meinung
Busfahren - als Kind Horror für mich, da ich sehr schnell reisekrank wurde. Die hinteren Busreihen waren für mich stets ein unerreichbarer Ort, zumindest wenn ich dort mehr als nur ein paar Minuten bleiben wollte. Jetzt als Erwachsene ist das zum Glück wesentlich besser geworden und in der letzten Zeit kam das Thema Fernbus als Alternative zu Bahn oder Auto schon das ein oder andere Mal auf. Außerdem lese ich leidenschaftlich gerne Berufsblogs, zum Beispiel von Apothekern, Ärzten, Bestattern, Taxifahrern und so weiter, und liebe dabei vor allem die Geschichten rund um die verschiedensten Menschen. Kleine Einblicke in deren Leben, Eigenarten und Kuriositäten, witzige und traurige Momente, all das in kleine Geschichten verpackt. Gute Voraussetzungen also für ein Buch, das mir einen Einblick in die mir bisher fremde Welt des Fernbusfahrens geben will.

Neugierig begann ich also zu lesen, doch schon nach den ersten paar Seiten kamen mir leise Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit der Autorin. Frau Pousset schleppt Laptops, Handys und sonstiges Gerät zum Arbeiten im Bus mit sich herum, ist jedoch nicht in der Lage, sich den Weg zur Fernbus-Haltestelle zu merken. Ich meine, wenn ich nicht in der Lage bin, mir etwas länger als fünf Minuten zu merken (ich bin auch jemand, der sich eher an Orten / Gebäuden orientiert, und das ist in fremden Städten ja eher nicht möglich weil man die Gegend nicht kennt), dann sollte man sich entweder den Weg aufschreiben / ausdrucken oder zumindest das eigene Handy benutzen und sich per Navigation zum richtigen Ort lotsen lassen. Allerdings gestaltet sich das erste Kapitel so, als ob Fernbusreisende nur rein zufällig den richtigen Weg finden weil auch andere schwitzende schnaufende Leute in die gewählte Richtung unterwegs sind und man sich in kleinen Horden auserwählter Verirrter zusammenschließt und gemeinsam am Ende doch noch die Haltestelle zu finden. Hm.

Weiter geht es mit Erlebnissen, wie man drei Busse hintereinander verpassen kann weil man nicht das Datenvolumen sondern das grottige Busbahnhof-WLAN benutzt. Hmhm. Würde ich wohl anders machen.

Dann folgen Geschichten, die mir persönlich das Fernbusreisen dermaßen unsympathisch machen, dass ich lieber darauf verzichten möchte. Ob seltsame Körpergerüche, Schnarchen, feuchte Aussprache und Sabbern, verdreckte oder verstopfte Toiletten inkl. einschlägiger WC-Gerüche, verrückt spielende Klimaanlagen, von Stalkern und furchtbaren Flirtversuchen mal ganz zu schweigen. Die Autorin scheint Menschen im Allgemeinen nicht sonderlich zu mögen, entweder hat sie wirklich dermaßen viele seltsame Menschen getroffen oder sie schmückt die Geschichten einfach sehr aus, anders kann ich es mir nicht erklären, wie man von einem Stereotypen zum anderen springt.

Nach einigen Kapiteln habe ich den Rest nur noch überflogen und mir einzelne Geschichten von weiter hinten herausgepickt in der Hoffnung, ein paar nette Stories zu finden. Geschichten aus dem Leben eben. Doch da die Autorin um jeden Preis Kontakt mit ihren Mitfahrern vermeiden möchte sobald sie die Haltestelle denn gefunden hat, suchte ich solche Geschichten vergebens. Gut, von Zeit zu Zeit wurde auch ein wenig geflirtet, doch eine Zigarette später war das auch wieder vorbei.

Mein Fazit: Zum Fernbusreisen wird mindestens eine Indiana-Jones-Ausbildung benötigt. Oder alternativ könnte man auch einfach den gesunden Menschenverstand einschalten und aufhören, Menschen zu verurteilen, die genauso sind wie die Autorin selbst. Ich werde jedenfalls in der nächsten Zeit keinen Fernbus benutzen und vergebe mit zwei zugedrückten Augen noch zwei Sterne.